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Broschüre Windenergie Oberegg
Diese Broschüre gibt einen guten Überblick über das Projekt.
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Windenergienutzung und Unesco Biosphäre gehen Hand in Hand

Ein Gespräch mit Roland Aregger, Geschäftsführer der WindPower AG

 

Herr Aregger, Sie sind sozusagen der Vater der Windenergienutzung im Entlebuch.

Warum haben Sie sich dafür eingesetzt?

Es gibt verschiedene Gründe: Einerseits bin ich auf einem Hof im Entlebuch aufgewachsen, der sehr stark auf die Milchwirtschaft ausgerichtet war. Wir suchten damals ein zweites Standbein. Da es bei uns im Winter immer sehr stark windet, war die Windenergienutzung naheliegend. Andererseits faszinierte mich die Windenergie-Technik und tut es immer noch. Meine zwei Brüder, mein Vater und ich haben dann ein Unternehmen gegründet, das 2005 und 2011 je eine Windenergieanlage errichtete und in Betrieb nahm. Einer meiner Brüder betreibt den Hof und ich bin für die technische und administrative Betriebsführung der Anlagen zuständig.

 

Gab es keinen Widerstand gegen die Anlagen?

Bei der ersten Anlage 2005 gab es schon Bedenken, dass die Anlage Lärm verursachen würde. Und es gab auch Bedenken bezüglich der Grösse, weil man sich die nicht vorstellen konnte. Wir haben aber mit allen Nachbarn gesprochen und sind mit den Interessierten und dem Gemeinderat auf den Mont Crosin gefahren, um uns die Anlagen dort anzuschauen. Die Gemeinde stand voll und ganz hinter unserem Projekt und das Wort des Gemeindepräsidenten, der auch dafür war, hatte Gewicht. Es gab negative Leserbriefe, aber die kamen nicht aus der Region. Für die zweite Anlage, die wir 2011 installiert haben, brauchten wir nur noch eine Baubewilligung. Das war kein Problem, auch weil die Menschen die Technik nun kannten. Auch die CKW, die 2013 eine Anlage aufstellte, stiess nicht auf grossen Widerstand.

 

Produzieren die Anlagen so viel Strom, wie prognostiziert wurde?

Bei der ersten Anlage waren die Prognoserechnungen noch nicht so genau. Ausserdem konnten wir sie nicht genau dort bauen, wo wir wollten. Sie produziert leicht weniger als prognostiziert, aber nicht weniger verlässlich. Die zweite Anlage produziert genauso viel wie wir errechnet hatten. Inzwischen können die Prognosen sehr viel genauer erstellt werden.

 

Das Entlebuch ist sehr landwirtschaftlich geprägt. Inwieweit schränken die Windenergieanlagen die landwirtschaftliche Nutzung ein?

Überhaupt nicht, denn der Flächenbedarf im Vergleich zur Stromproduktion ist minim und es gibt keine Einschränkungen. Und die Anlagen generieren auch lokale Wertschöpfung: Der Grundeigentümer erhält einen Baurechtszins, die Gemeinde Steuereinnahmen auf dem Stromverkauf und wir beteiligen uns am Strassenunterhalt der Strassenbaugenossenschaft, was die anderen Genossenschafter entlastet. Unsere Anlagen entziehen der Landwirtschaft rund 150 m2 Landfläche pro Anlage, moderne Anlagen gegen 1500 m2, das ist sehr wenig bezogen auf den Stromertrag.

 

Unesco Biosphäre Entlebuch und Windenergienutzung – ist das nicht ein Widerspruch?

Die Unesco-Vetreter stufen die Windenergienutzung als nachhaltig ein, weil die Anlagen rückgebaut werden können. Das Land, aber auch das Landschaftsbild werden nur für rund 20 Jahre verändert und können jederzeit wieder in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden. Und gebaut wird in den Entwicklungszonen, in denen neben der landwirtschaftlichen Nutzung auch eine nachhaltige Entwicklung vorgesehen ist. Die Schutz- und Kernzonen der Biosphäre bleiben unverändert.

 

Wäre nicht Solarstrom die bessere Lösung?

Auf den richtigen Mix kommt es an! Unsere Anlagen liefern rund zwei Drittel der gesamten Produktion im Winter und bei schlechtem Wetter, damit ergänzen sie die Solarstromanlagen bestens. Wir sollten die erneuerbaren Energien nicht gegeneinander ausspielen, denn im Verbund sind Wind-, Solar-, Wasserenergie und Biomasse unschlagbar.

 

Die älteste Anlage ist ja bereits 15 Jahre alt. In fünf Jahren ist sie am Ende ihrer Lebenserwartung angelangt, wie geht es dann mit

der Windenergienutzung im Entlebuch weiter?

Wie zuverlässig die Windenergietechnik ist zeigt unsere 15-jährige Anlage: Sie weist eine Verfügbarkeit von 99 % auf, das ist ein Spitzenwert. Sprich, wenn es windet, produziert sie zu 99 % störungsfrei Strom. Vom Hersteller garantiert sind 95%. Da unsere Anlagen noch in einem so guten Zustand sind, gehe ich davon aus, dass sie bis zu 30 Jahre lang Strom produzieren können. Natürlich mache ich mir Gedanken, was danach kommt. Aber angesichts dessen, dass die Anlagen noch lange Strom produzieren werden und da es in der Region noch ein weiteres Windenergieprojekt gibt, hat diese Frage noch keine Priorität.

 

„Die Unesco-Vetreter stufen die Windenergienutzung als nachhaltig ein, weil die Anlagen rückgebaut werden können.“ Roland Aregger

„Unsere Anlagen liefern rund zwei Drittel der gesamten Produktion im Winter und bei schlechtem Wetter, damit ergänzen sie die Solarstromanlagen bestens.“


Was im Kanton Appenzell Innerrhoden diskutiert wird, funktioniert in Andermatt und im Entlebuch seit über 15 Jahren problemlos.

 

Was im Kanton Appenzell I. Rh. noch hohe Wellen schlägt, ist in Andermatt und im Entlebuch unbestritten: die Nutzung der Windenergie zur Stromproduktion. Auf dem Gütsch oberhalb Andermatt stehen vier Windenergieanlagen unmittelbar bei den Bergbahnen, die erste ging 2004 in Betrieb. Nur ein Jahr später nahm in der Unesco-Biosphäre Entlebuch die erste Windenergieanlage die Stromproduktion auf, inzwischen sind es drei.

 

Ein Gespräch mit Markus Russi, Geschäftsführer des EW Ursern,

über die Erfahrung mit der Windenergienutzung.

Markus Russi, es wird doch oft gesagt, die Schweiz sei kein Windenergieland. Warum kam das EW Ursern auf die Idee,

auf dem Gütsch Windenergieanlagen zu bauen?

Weil der Wind dort heftig bläst! Natürlich gab es dafür Messungen, aber jedes Kind aus dem Urserntal weiss, wie windig es dort oben ist. Und wenn der Wind schon da ist, da muss man ihn doch nutzen! Danach weht er erst noch munter weiter. Hinzu kommt, dass wir für die Nutzung des Wassers Wasserzinsen bezahlen, den Wind können wir dagegen gratis nutzen. Das EW Ursern war 1902 Pionierin mit dem Bau eines Wasserkraftwerks, und wir wollten mit dem Bau der ersten Windenergieanlage wieder Geschichte schreiben. Zu sagen, dass die Schweiz kein Windland ist, ist falsch. Der bläst ja überall, und selbst auf dem Gütsch, wo er sehr turbulent ist, nutzen wir ihn zur Stromerzeugung. Daher haben wir nach dem Bau der ersten Anlage im Jahr 2004 zwei weitere im Jahr 2010 und dann 2012 die vorläufig letzte gebaut.

 

Erfüllen die Anlagen Ihre Produktionserwartungen?
Sie erfüllen sie absolut. Wie bei der Wasserkraft gibt es natürlich bessere und schlechtere Jahre. 2019 erzielte unsere älteste Anlage wie auch alle anderen eine Rekordproduktion! Bei der Wasserkraft hängt die Produktion von den Niederschlägen und von der Schneeschmelze ab. Es gibt Jahre, da verdunsten 80 % der Schneeschmelze und wir haben in unseren Wasserkraftwerken nichts davon. Regnet es in den Schnee, gibt es viel Strom, regnet es zu viel, können wir nicht alles Wasser turbinieren.

 

Könnte dieser Strom nicht auch mit Solarenergie bereitgestellt werden?
Es wäre sicher möglich, einen Teil davon mit Solaranlagen auf Hausdächern zu produzieren. Aber um die gesamte Strommenge der vier Windenergieanlagen mit Solarmodulen zu produzieren, bräuchte es die Fläche von unzähligen Fussballfeldern. Und noch wichtiger: Neben dem äussert geringen Flächenverbrauch haben Windenergieanlagen einen weiteren Vorteil: Sie liefern über zwei Drittel ihrer Produktion im Winter. Damit ergänzen sie unsere vier Wasserkraftwerke, die im Winterhalbjahr weniger Strom liefern, ideal und erhöhen unseren Selbstversorgungsgrad.

 

Die vier Anlagen befinden sich auf über 2300 Meter über Meer, sind sie damit nicht sehr störungsanfällig?

Wenn man die Windenergieanlagen sorgfältig auswählt, ist das kein Problem. Unsere Anlagen weisen in all den Jahren eine Verfügbarkeit von mindestens 98 % und mehr auf. Das heisst, wenn der Wind bläst, produzieren sie garantiert Strom.

 

Die Investitionen in die Anlagen sind hoch. Welche Energieversorger aus dem Unterland sind daran beteiligt?

Das EW Ursern ist alleiniger Eigentümer der Anlagen und hat sie auch selber finanziert. Unabhängigkeit wird bei uns gross geschrieben. Somit gehört der Strom auch alleine uns.

 

In Andermatt wurde sehr viel gebaut: Das neue Ressort bietet Platz für Tausende Gäste aus der ganzen Welt. Die freuen sich sicher nicht über die Windenergieanlagen. Droht jetzt ein Rückbau der Anlagen?

Ganz im Gegenteil, die Anlagen sind sehr beliebt bei den Gästen, sie freuen sich, wenn die Bergbahnen mit Windenergie laufen. Das Tourismusbüro bietet Führungen zu den Windenergieanlagen an, Gäste aus der ganzen Welt informieren sich bei uns, weil ihnen die Anlagen gefallen und sie mehr über die Technik erfahren möchten.

 

Was ist Ihre Botschaft an andere Regionen der Schweiz, die Windenergieanlagen planen?
Nutzt diesen Wind, er steht kostenlos zu Verfügung! Es ist erneuerbarer Strom. Die Anlagen brauchen sehr wenig Platz und können praktisch zu 100 % wiederverwertet werden. Produzieren wir Windstrom, um den Generationen nach uns eine möglichst intakte Welt zu hinterlassen. Bei den Punkten CO2-Ausstoss und Umweltbilanz befindet sich die Windenergie auf Augenhöhe mit der Wasserkraft.

 


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Rückzug der Initiative "Pro Windenergie" zugunsten des Gegenvorschlages
Medienmitteilung 15.02.2021.pdf
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Appenzeller Volksfreund Samstag, 31.10.2020

 

Der Bau von Anlagen stösst seit längerem auf heftigen Widerstand – aber auch auf Unterstützung

 

Viel Wirbel um die Windenergie in Oberegg

 

Valentin Gerig ist Verwaltungsrat der Appenzeller Wind AG. Er akzeptiere verschiedene Meinungen zur Windenergie und zum Projekt. Er wünsche sich aber auch von den Kritikern des Vorhabens eine Besinnung auf Wahrheit und Sachlichkeit, wenn es darum gehe, gegenüber politischen Entscheidungsträgern oder der Bevölkerung einen Standpunkt zu vertreten, betont er.

 

Der «Appenzeller Volksfreund» greift mit einem Interview mit Valentin Gerig verschiedene Punkte auf, die in der an die Grossratsmitglieder verschickten Broschüre des Vereins Pro Landschaft AR/AI aufgegriffen wurden.

 

Valentin Gerig, die Kritiker der Windenergie stellen dar, in der Schweiz seien zur Erreichung der politischen Ziele 4000 Windräder notwendig. Ist das realistisch?

 

Valentin Gerig: Gemäss der Energiestrategie des Bundes soll Windstrom bis 2050 rund sieben Prozent des Strombedarfs der Schweiz decken. Dazu sind zirka 800 bis 900 Windenergieanlagen notwendig, und diese stehen sicher nicht alle auf engstem Raum. Die Schweiz ist gross genug und hat so viele Hügel und Berge, dass man nicht von jedem Flecken aus einen Wald von Windenergieanlagen sieht.

 

Hat es an dem Standort des Oberegger Projekts im Oberfeld überhaupt genügend konstanten Wind?

 

Wir haben die Windverhältnisse am Projektstandort im Oberfeld über 14 Monate mit einem 99 Metern hohen Mast gemessen. Die beigezogenen Spezialisten haben uns gezeigt, dass die durchschnittliche Windgeschwindigkeit auf Nabenhöhe etwa 5.8 Meter pro Sekunde beträgt, was deutlich mehr ist als der Kanton fordert. Unser Standort ist im schweizweiten Vergleich an sehr guter Stelle. Natürlich hat es dort weniger Wind als an der Nordseeküste. Windkraftwerke an der Nordsee leisten aber keinen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Schweiz.

 

Was geschieht bei Stürmen - wird die Anlage dann abgestellt?

 

Ja, um Sturmschäden am Rotor zu vermeiden, wird eine Windenergieanlage abgestellt, sobald die Windgeschwindigkeit zirka 90 Kilometer/h übersteigt.

 

Wird die Nachbarschaft durch die Lärmemissionen beeinträchtigt? 

 

Wenn ich Windparks besuche, höre ich vor allem das Rauschen des Waldes und keine Windenergieanlagen. Aber ja, es lässt sich nicht bestreiten, dass man Windenergieanlagen je nach Wetter und Wind hören kann. Dabei müssen die Grenzwerte der Lärmschutzverordnung eingehalten werden. Deshalb ist auch ein Minimalabstand von 300 Metern zu ganzjährig bewohnten Gebäuden einzuhalten. Das ist ausreichend, wie die erstellten Lärmgutachten zeigen. Das Heugebläse des Nachbarn, Motorräder oder das vorbeifahrende Postauto erzeugen deutlich mehr Lärmimmissionen. Und trotzdem hat man sich daran gewöhnt.

 

Gibt es Schattenwurf für nahegelegene Häuser?

 

Wir haben eine Studie erstellen lassen. Dabei wurden die Immissionen der drehenden Rotoren und der sogenannte «Disco-Effekt», der sich aus der Reflexion von Lichtstrahlen an einem Rotorflügel ergeben kann, auf 36 potenziell betroffene Gebäude simuliert und Massnahmen aufgezeigt. Es ist geplant, die Windenergieanlagen mit Schattenwurfdetektoren auszurüsten, die mit der Anlagensteuerung verbunden sind. Werden die Grenzwerte von acht Stunden pro Jahr und 30 Minuten pro Tag überschritten, werden die Anlagen ausgeschaltet.

 

Strom muss doch verbraucht werden. Was geschieht mit dem überschüssigen Strom?

 

Der gesamte Strom, der mit den Windenergieanlagen erzeugt werden kann, wird ins Stromnetz eingespeist. Der Käufer kann ein Elektrizitätswerk sein, ein Stromhändler oder auch ein Industrieunternehmen. Der Strom kann überallhin verkauft werden, auch ins Ausland. Das ist aber nur die kommerzielle Betrachtung. In Realität bleibt der Strom physikalisch in der Region und geht vom Ort der Produktion zu den nächstgelegenen Verbrauchern, ganz unabhängig davon von welchem Lieferanten sie ihren Strom kaufen. Dies wird dazu führen, dass weniger Strom aus dem Kernkraftwerk Beznau in die Ostschweiz fliesst und weniger Strom importiert werden muss.

 

Woher kommt der Strom bei Windstille und wie wird er hergestellt?

 

Die Stromversorgung der Schweiz ist ein Gesamtsystem, zu dem alle Produktionstechnologien wie Windenergie, Wasserkraft, Kernenergie, Photovoltaik, später vielleicht Gaskraftwerke und auch Importe einen Beitrag leisten. Die Stromversorgung der Schweiz ist nicht abhängig von der Windenergie. Diese leistet aber einen Beitrag dazu. Windet es nicht, wird der benötigte Strom durch die anderen Produktionstechnologien und über Importe sichergestellt. Wenn man die unregelmässige Produktion der Windenergieanlagen als Problem darstellt und Solarstrom als Alternative preist, so wie das die Kritiker der Windenergie oft tun, muss man sich doch fragen, woher denn der Strom in der Nacht kommt, wenn die Sonne nicht scheint.

 

Wie lange ist denn die Lebensdauer des Masts?

 

Der Mast besteht aus Betonelementen und Stahl. Die Lebensdauer liegt sicher Jahrzehnte über der Lebensdauer der technischen Teile der Anlage. Bei einer Betriebsdauer von angenommen 25 Jahren ist sicher nicht der Mast das massgebende Kriterium für einen Stilllegungs- oder Abbruchentscheid.

 

Wie sieht es denn mit der Entsorgung, dem Rückbau und allfälligen Alstlasten aus?

 

Windenergieanlagen können vollständig zurückgebaut werden. Sie hinterlassen keine Altlasten oder Narben in der Natur. So gesehen «verbraucht» eine Windenergieanlage kein Land. Dieses wird vielmehr für eine beschränkte Zeit im Interesse der Versorgungssicherheit und als Beitrag zur Erreichung der Klimaziele ausgeliehen.

 

Also geht es bei dem Thema um Wind- versus Solarenergie?

 

Windenergie ist kein «versus», sondern eine Ergänzung zur Solarenergie. Beide Technologien erzeugen erneuerbare elektrische Energie. Bei beiden ist die Stromproduktion kaum steuerbar. Die Technologien ergänzen sich aber gut, weil Solaranlagen vor allem im Sommer Strom erzeugen. Bei Windenergieanlagen in der Schweiz fallen demgegenüber zwei Drittel der Jahresproduktion im Winter an. Genau dann, wenn man hierzulande Strom importieren muss. Die Produktion von Windenergie in der Schweiz reduziert die Abhängigkeit vom Ausland, und zwar bei einem der wichtigsten Versorgungsgüter der Gesellschaft. Was Abhängigkeit von anderen Ländern bedeuten kann, mussten wir kürzlich bei der Lieferung von Hygienemasken erfahren.

 

Geht von den Windenergieanlagen eine Gefahr für die Vögel aus?

 

Windenergieanlagen beeinträchtigen Vögel und Fledermäuse kaum. Trotzdem ist es natürlich unbestritten, dass diese je nach Standort für bereits bedrohte Vogel- und Fledermausarten problematisch sein können. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und berücksichtigen in unserem Projekt die Umweltverträglichkeit und den Schutz dieser Tiere. Dazu haben wir umfangreiche Zählungen und Studien zur Beeinträchtigung erstellen lassen. Allein um den vermuteten Auswirkungen zu begegnen, werden Massnahmen zur Einhaltung der Umweltverträglichkeit ergriffen. Dazu gehört, dass die Windenergieanlagen mit einer neu entwickelten Vogelschutztechnik mit einem akustischen Warnsignal ausgerüstet werden oder bei gewissen Wetterkonstellationen die Anlagen abgeschaltet werden.

 

Kann der erzeugte Strom gespeichert werden?

 

Nicht im Oberfeld. Weshalb auch? Wenn die Windenergieanlagen Strom produzieren, bezieht die Schweiz weniger Kohlestrom und Kernenergie aus dem Ausland oder es muss weniger Kernenergie produziert werden. Darin liegt der Sinn einer inländischen Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Die beiden Anlagen in Oberegg haben auch kaum Auswirkungen auf die Gesamtstromproduktion in der Schweiz. Es wäre völlig verfehlt, für die beiden Windenergieanlagen in Oberegg eine eigene Speichermöglichkeit zu realisieren.

 

Wann beginnt der Mast, die sogenannte <Spargel> zu rentieren? Wann ist der Break-Even, die Gewinnschwelle der Windanlage erreicht?

 

In diesen Berechnungen ist natürlich sehr viel Unsicherheit enthalten, weil die Förderbedingungen für die Windenergie ändern werden und diese neu im freien Markt verkauft werden muss. Wir gehen heute davon aus, dass wir mit den beiden Anlagen ab dem zwölften Betriebsjahr Gewinn schreiben.

 

Sind Strassenbauten, Verbreiterungen nötig?

 

Die heutige Walderschliessungsstrasse von der Honeggstrasse zu den Standorten der beiden Windenergieanlagen sind zu steil und müssen auch teilbefestigt und für den Bau und für den Abbruch der Anlagen verbreitert werden. Natürlich ist dazu ein Holzschlag notwendig. Die Landeigentümerin ist aber froh darum, denn so können endlich grössere Fahrzeuge für die Waldnutzung eingesetzt werden. Die Strasse wird nach dem Bau der Anlagen soweit zurückgebaut, dass diese den Bedürfnissen der Waldeigentümer entspricht und der gerodete Waldbestand wird wieder aufgeforstet. Der Baumbestand wird dadurch verjüngt und die Biodiversität kann verbessert werden.

 

Beeinträchtigen die Windenergieanlagen die Immobilienpreise auf der Honegg?

 

Das ist ein von den Gegnern leider oft gehörtes, aber unzutreffendes Argument. Es gibt verschiedene Studien aus dem In- und Ausland die nachweisen, dass Windenergieanlagen keinen nachhaltigen Einfluss auf die Immobilienpreise haben. Nein.

 

Sind neue Strommasten nötig?

 

Nein.  Der Anschluss der Windenergieanlagen ans Stromnetz der Elektra Oberegg erfolgt vom Standort der Anlagen mittels erdverlegter Kabel über die Waldstrasse zur Honeggstrasse und von dort zur Trafostation Haggen. Neue Strommasten gibt es zur Beruhigung aller also nicht.

 

Interview Andy Huber

 


8. Dez 2019

 

Grosser Rat fordert Gegenvorschlag zur Initiative pro Windenergie

Am 2. Dezember behandelte der Grosse Rat die von einem überparteilichen Komitee eingereichte Initiative pro Windenergie.

Er beauftragte die Standeskommission mit der Ausarbeitung eines Gegenvorschlags.

 

Die Appenzeller Wind AG begrüsst den Entscheid des Grossen Rates.

Dieser hat mit 38 von 50 Mitgliedern die Standeskommission mit der Ausarbeitung eines Gegenvorschlags

zu der eingereichten Initiative pro Windenergie beauftragt.

Dies wird als ein starkes Zeichen des Grossen Rates für die Nutzung der Windenergie im Kanton und gegen

die bisherige Politik der Kantonsregierung gewertet. Ob schlussendlich die eingereichte Initiative oder

ein vom Grossen Rat gestützter,  tauglicher Gegenvorschlag der Regierung von der Landsgemeinde angenommen wird,

ist unerheblich.

Es geht darum, dass der Nutzung der Windenergie im Kanton zum Durchbruch verholfen wird. 

 

Als nach wie vor unverantwortlich wird die Position der Standeskommission beurteilt, dass sie erst auf den Richtplanentscheid

zum Windenergieprojekt in Oberegg zurückkommen zu will, wenn sich eine «drastische Verschlechterung der Versorgungslage» eingestellt hat.

 

Die Appenzeller Wind AG setzt sich weiterhin mit aller Kraft für die Realisierung des Windenergieprojekts in Oberegg ein

und prüft derzeit auch die Einreichung einer Initiative pro Windenergie in Appenzell Ausserrhoden.

 

Auch dort bleiben die vorhandenen Potenziale aufgrund der passiven Politik der Regierung ungenutzt.

 

 


24. Mai 2019

 

Initiative pro Windenergie und Petition pro Windkraft im Oberfeld werden
eingereicht

Die Appenzeller Wind AG hat sich nach der Ablehnung des Richtplaneintrages durch die Standeskommission mit verschiedenen Befürwortern des Windenergieprojekts im Gebiet Oberfeld/Honegg besprochen. Auch wenn die Standeskommission die weiteren Arbeiten am Projekt mit ihrem Nein vorläufig gestoppt hat, bleibt das Oberfeld ein sehr guter Windenergiestandort und die Notwendigkeit, Stromproduktionskapazitäten in der Schweiz aufzubauen, die vor allem im Winter Strom produzieren, akzentuiert sich immer mehr. Es wurde deshalb entschieden, mit der Einreichung einer Initiative für ein neues Windenergiegesetz den politischen Dialog um die Nutzung der Windenergie im Kanton Appenzell I.Rh. zu lancieren und günstige Voraussetzungen für die Realisierung des Projekts in Oberegg zu schaffen.

Unter Einbezug von Fachexperten, Juristen und Mitgliedern des Grossen Rats und nach Konsultation von Verantwortlichen auf Stufe Bund und des Branchenverbandes Suisse Éole wurde ein neues Windenergiegesetz für Appenzell I.Rh. entworfen und der Ratskanzlei zur formellen Vorprüfung unterbreitet. Auch wenn es in Appenzell I.Rh. für eine Initiative nur eine einzige Unterschrift braucht, wurde ein Initiativkomitee gebildet. Die Mitglieder des Initiativkomitees sind zugleich die Unterzeichner der Initiative. Neben Werner Geiger, Oberegg, als Vertreter der Appenzeller Wind AG, haben im Komitee mit Markus Ehrbar, Oberegg, Präsident der Interessengemeinschaft Appenzeller Naturstrom, und mit Fabian Ulmann, Oberegg, Präsident des Vereins Jugend pro Windrad, Vertreter wichtiger Befürwortergruppen des Windenergieprojektes im Komitee Einsitz genommen. Mit Grossrätin Gerlinde Neff-Stäbler, Appenzell Steinegg, und der ehemaligen Grossrätin Ruth Corminboeuf-Schiegg, Appenzell, ist die politische Kompetenz und mit Beni Gmünder aus Haslen auch das Unternehmertum im Initiativkomitee vertreten. Die Initiative und wird am 28. Mai der Ratskanzlei in Appenzell übergeben.

Gleichzeitig mit der Einreichung der Initiative wird vom Verein Jugend pro Windrad eine Petition eingereicht, welche die Realisierung des Windenergieprojekts in Oberegg fordert. 1'563 Petenten haben unterschrieben, davon 811 aus Oberegg und den umliegenden Gemeinden. Der Verwaltungsrat der Appenzeller Wind AG ist über die Zustimmung und Unterstützung aus der direkt betroffenen Bevölkerung begeistert und dankt allen, die sich für das Windenergieprojekt im Oberfeld einsetzen.

Die grosse Zahl einheimischer und regionaler Petenten relativiert das Ergebnis des vom Kanton im letzten Jahr durchgeführten öffentlichen Einwendungsverfahren deutlich und zeigt, wie fragwürdig der ablehnende Entscheid der Standeskommission zum Richtplaneintrag ist. Für den Verwaltungsrat der Appenzeller Wind AG ist es deshalb der einzig richtige Weg, am Projekt festzuhalten und die Frage der Nutzung der Windenergie dem Stimmvolk zum Entscheid vorzulegen.

 

 

Kontakt: 

Appenzeller Wind AG, Valentin Gerig, Verwaltungsrat
valentin.gerig@appenzellerwind.ch
Mobile 079 671 16 12


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Initiativtext Pro Windenergie
Initiative pro Windenergie 24.05.2019.pd
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Petitionstext
Petitionstext pro Oberfeld.pdf
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Oberegg

319

AI Inneres Land

214

AR umliegende Gemeinden

285

AR Rest

163

SG umliegende Gemeinden

207

SG Rest

258

CH Rest

115

Österreich

2

 

1563

   

übriges Ausland

6

 


Unsere Meinung

 

„Das Projektgebiet für die Windenergieanlagen liegt innerhalb eines Hochwildjagdgebietes. Wildruhezonen oder Jagdbanngebiete sind keine betroffen. Die Patentjäger von Oberegg unterstützen die Produktion erneuerbarer Energie in der Region und sehen mit Wohlwollen auf das Projekt der Appenzeller Wind AG im Oberfeld." 

 

Patentjäger von Oberegg