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Medienmitteilung Appenzeller Wind AG und IG Appenzeller Naturstrom
20210509 Medienmitteilung Appenzeller Wi
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«Irre Behauptungen der Gegner – und die richtigen Fakten dazu»

  • Das Projekt in Oberegg wurde von den Kantonen SG, AR und dem Land Vorarlberg in der öffentlichen Anhörung zur Festsetzung des Standortes als Windenergiezone im Richtplan abgelehnt: Es ist richtig, dass das Bau- und Umweltdepartement des Kantons AR und der Regierungsrat des Kantons SG und das Land Vorarlberg sich ablehnend geäussert haben. Dem stehen aber 1563 Unterschriften aus der Region gegenüber, die mit der Petition die 2019 die Realisierung der beiden Windenergieanlagen in Oberegg gefordert haben.
  • Die Behauptung, dass mit dem Projekt mutwillig die Sicherheit und Gesundheit der Anwohner aufs Spiel gesetzt werde, ist falsch und entbehrt jeglicher Vernunft
  • Dass im Projekt minimale Abstände der geplanten Windenergieanlagen zu bewohnten Gebäuden nicht eingehalten würden, ist falsch. Die Schweiz kennt keine Distanzvorschriften, es gelten die Vorschriften der Lärmverordnung.
  • Dass mit den beiden Windenergieanlagen leichtsinnig die Gefährdung von Trinkwasserquellen in Kauf genommen werde ist falsch. Die vorhandenen Quellen liegen ausserhalb des Projektgebiete und sind nicht tangiert.
  • Die Appenzeller Wind AG hat drei Windgutachten erstellen lassen. Das konservativste Windenergiegutachten, welches von unabhängigen Gutachtern basierend auf einer 15 monatigen Windmessung erstellt wurde ist publiziert worden. Die Veröffentlichung von Rohdaten nützt niemandem etwas, weil diese nur mit der entsprechenden Fachexpertise interpretiert werden können. Die Monatsmittelwerte auf allen Höhen des Windmastes sind über die gesamte Messdauer im Windbericht aufgeführt. Es entspricht internationalem Standard, dass die auf gemessenen Winddaten auf die Verhältnisse auf Nabenhöhe hochgerechnet werden.
  • Die von den Projektanten angegebenen 6.5 GWh Stromproduktion pro Anlage liegen deutlich über den Angaben des statistischen Amtes der Schweiz  und von Deutschland: Die statistischen Ämter beziehen ihre Werte von bestehenden Anlagen, die z.T. mit alter Technologie gebaut wurden. Die beiden in Oberegg geplanten Anlagen sind neuste Technologie und zeigen einen höheren Wirkungsgrad als Altanlagen.
  • Die Behauptung, dass die Lärmschutzverordnung nicht eingehalten werde ist falsch wie die Machbarkeitsstudie zeigte. Die Lärmbelastung kann über die neue Technologie und betriebliche Massnahmen problemlos eingehalten werden.
  • Dass Investoren mit 6% Rendite angelockt worden seien ist falsch. Es wird von einer durchschnittlichen Rendite auf dem investierten Eigenkapital in Höhe von 5% ausgegangen. Zudem haben bisher ausschliesslich Privatpersonen aus der Region aus Überzeugung in das Projekt investiert, es gibt keinen «Investor».
  • Die Gegner stellen Windenergie als Problem dar, was eine verdrehte Sicht darstellt. Windenergie ist ein Teil der Lösung unserer künftigen Stromprobleme. Dazu besteht ein breiter Konsens in der Schweiz.
  • Die Windenergieanlagen erhalten keine Subventionen. Subventionen sind Unterstützungsgelder, die aus Steuern stammen. Korrekt ist, dass die Windenergieanlagen Einmalvergütungen basierend auf der Energiegesetzgebung und der Energieförderverordnung des Bundes erhalten werden. Kantonale Unterstützung gibt es keine.
  • Die Produktionskosten von Windstrom liegen bei ca. 10 Rp./kWh. Stromproduktionskosten von Solarstrom bei Wohnhäusern liegen in den meisten Fällen deutlich höher. Ohne öffentliche Förderung von PV-Anlagen würden kaum solche realisiert werden. Mit einem Förderfranken erhält man deshalb mehr Windstrom als Solarstrom.
  • Der Vorwurf, dass die verbreitete Broschüre zum Windenergieprojekt in Oberegg viele Halbwahrheiten enthalten soll, ist eine unbewiesene Behauptung und bösartige Unterstellung eines Freundes der Kernenergie. Ob die Aussage stimmt, dass die bisherigen Windenergieprojekte in der Schweiz die Erwartungen nicht erfüllt haben, bleibt eine Behauptung, die nur mit Insiderwissen überprüft werden kann, das der Kritiker kaum haben dürfte. Von anderen Projekten in diesem Punkt auf das Projekt in Oberegg schliessen zu wollen ist mehr als gewagt.
  • Die Windenergieverhältnisse in Grossbritannien und Norddeutschland sind unzweifelhaft besser als in der Schweiz, sie leisten aber keinen Beitrag zur Stromversorgung in der Schweiz und stellen reine Finanzinvestments von Schweizer Pensionskassen und Elektrizitätswerken dar.
  • Die Aussage, dass es eine Abhängigkeit weiterer Windenergieanlagen auf dem Suruggen (AR) zum Windenergieprojekt in Oberegg gibt, ist falsch. Die Kantone AI und AR und die zuständigen Baubehörden entscheiden unabhängig.
  • Der Richtplan des Kantons Appenzell Innerrhoden fordert für die Realisierung von Grosswindanlagen Windverhältnisse von durchschnittlich mindestens 4.5 m/s. Der Projektstandort in Oberegg liegt mit 5.8 m/s deutlich darüber, es kann also nicht von zu wenig Wind gesprochen werden.
  • Der Vorwurf der Windenergiegegner an die Appenzeller Wind AG, dass diese übertreibt, Argumente verdreht und skurrile Behauptungen verbreitet und auf Angstmacherei setzt, ist eine unbewiesene und unqualifizierte Behauptung.
  • Aus der Geschichte auf die Zukunft der Stromversorgung schliessen zu wollen funktioniert nicht. Die Zukunft der Stromversorgung wird eine völlig andere sein.

Die Standeskommission beurteilte im März 2018 das Windenergieprojekt in Oberegg wie folgt:

 

Erst nach Durchführung der öffentlichen Anhörung, bei der die Windkraftgegner zahlreiche gleich lautende

ablehnende Eingaben organisierten, änderte sie ihre Meinung und lehnte

die definitive Festsetzung des Standortes als Windenergiestandort im kantonalen Richtplan ab.

 

 

 

INTERESSENABWÄGUNG: FAZIT | ENTSCHEID

Um zu einem Entscheid zu gelangen, ist es wichtig, die Argumente Pro und Contra gegenüberzustellen:

 

Pro:

Nationales Interesse: 

An der Födererung von erneuerbaren Energien und damit auch der Windenergie

besteht ein nationales Interesse.

 

Nationale Akzeptanz: Ausstieg aus der Atomenergie

 

Föderale Verantwortung: Es ist die Aufgabe der Kantone, sich für die energiepolitischen nationalen Ziele nach ihren Möglichkeiten einzusetzen. Auch der Kanton Appenzell I.Rh. leistet seinen Beitrag an den Zubau von alternativer Energieproduktion durch Windkraft.

 

Möglichkeit der Konzentration von Windenergie-Anlagen: Appenzell A.Rh. hat den Standort Suruggen (ca. 2km Entfernung) ebenfalls als potentielle Windenergie-Standort im kantonalen Richtplan aufgeführt.

 

Reversibilität: Die Anlagen können zurückgebaut werden; ein allfälliger dauerhafter Schaden

(Landschaft, Umwelt, Umfeld) ist daher begrenzt

 

Volkswirtschaftlicher Nutzen: Mit der Erstellung und dem Betrieb von WEA kann ein kantonaler und lokaler volkswirtschaftlicher Nutzen generiert werden:

 

- Wertschöpfung

- Technologiestransfer

- Imagegewinn

 

Private wirtschafliche Interessen: Unternehmertum, Rendite

 

Contra:

  • Nationales Interesse Walderhaltung
  • Kantonales Interesse Landschaft: unversehrte Landschaft ist touristisches und damit auch volkswirtschaftliches Kapital
  • Entgegenstehende Interessen:
  • Umwelt, Umfeld
  • Lokale / regionale Akzeptanz
  • Lokale Opposition, Betroffenheit einiger weniger nahe gelegener
  • Wohnhäuser; regionale Ablehnung, Skepsis
  • PV-Anlagen sind eine "verträgliche" Alternative

 

 

Einschätzung Standeskommission März 2018:

Nutzen-Schaden-Relation: Bester Standort im Kanton, mit Massnahmen als verträglich beurteilt

Akzeptanz: Lokaler Gegner wie lokale Befürworter vorhanden; im Rahmen des Einwendungsverfahrens zum kantonalen Richtplan, Teil Energie, im Jahr 2014 nicht umstritten bzw. wenig thematisiert.

Alternativen: In Appenzell I.Rh. gibt es aus landschaftlichen Überlegungen keine alternative, erfolgsversprechenderen Standorte für Windparks (vgl. Landschaftsgutachten des Büro Natura).

Präjudizwirkung: keine, da die übrigen potenziellen Standorte aus landschaflicher Sicht noch schwieriger sind und die Standorte an der Kantonsgrenze mit Appenzell A.Rh. nicht abgestimmt sind.

 

Entscheid Standeskommission März 2018 (vor der öffentlichen Anhörung)

Die Standeskommission beurteilt den Standort Honegg / Oberfeld für die Windkraft nach Abwägen aller Interessen und unter Berücksichtigung der vielen erforderlichen Auflagen mit Vorbehalt als geeignet.

Im Sinne der Unterstützung der Energiewende soll der aus landschaftlichen Aspekten im Kanton Appenzell I. Rh. geeignetste Standort für die Windkraft festgesetzt werden. Im Gegenzug wird im Sinne der Wahrung des Landschaftsbildes auf eine Weiterentwicklung der übrigen potenziellen Standorte für Windenergie (Hirschberg, Hundwiler Höhe und Klosterspitz) vorderhand verzichtet.  Die bisherige „Festsetzung“ der potentiellen Standorte für Windparks (Objektblatt Nr. E6 Abstimmungsanweisung Nr. 3 wird auf „Vororientierung“ zurückgestuft.

  


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Broschüre Windenergie Oberegg
Diese Broschüre gibt einen guten Überblick über das Projekt.
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Windenergienutzung und Unesco Biosphäre gehen Hand in Hand

Ein Gespräch mit Roland Aregger, Geschäftsführer der WindPower AG

 

Herr Aregger, Sie sind sozusagen der Vater der Windenergienutzung im Entlebuch.

Warum haben Sie sich dafür eingesetzt?

Es gibt verschiedene Gründe: Einerseits bin ich auf einem Hof im Entlebuch aufgewachsen, der sehr stark auf die Milchwirtschaft ausgerichtet war. Wir suchten damals ein zweites Standbein. Da es bei uns im Winter immer sehr stark windet, war die Windenergienutzung naheliegend. Andererseits faszinierte mich die Windenergie-Technik und tut es immer noch. Meine zwei Brüder, mein Vater und ich haben dann ein Unternehmen gegründet, das 2005 und 2011 je eine Windenergieanlage errichtete und in Betrieb nahm. Einer meiner Brüder betreibt den Hof und ich bin für die technische und administrative Betriebsführung der Anlagen zuständig.

 

Gab es keinen Widerstand gegen die Anlagen?

Bei der ersten Anlage 2005 gab es schon Bedenken, dass die Anlage Lärm verursachen würde. Und es gab auch Bedenken bezüglich der Grösse, weil man sich die nicht vorstellen konnte. Wir haben aber mit allen Nachbarn gesprochen und sind mit den Interessierten und dem Gemeinderat auf den Mont Crosin gefahren, um uns die Anlagen dort anzuschauen. Die Gemeinde stand voll und ganz hinter unserem Projekt und das Wort des Gemeindepräsidenten, der auch dafür war, hatte Gewicht. Es gab negative Leserbriefe, aber die kamen nicht aus der Region. Für die zweite Anlage, die wir 2011 installiert haben, brauchten wir nur noch eine Baubewilligung. Das war kein Problem, auch weil die Menschen die Technik nun kannten. Auch die CKW, die 2013 eine Anlage aufstellte, stiess nicht auf grossen Widerstand.

 

Produzieren die Anlagen so viel Strom, wie prognostiziert wurde?

Bei der ersten Anlage waren die Prognoserechnungen noch nicht so genau. Ausserdem konnten wir sie nicht genau dort bauen, wo wir wollten. Sie produziert leicht weniger als prognostiziert, aber nicht weniger verlässlich. Die zweite Anlage produziert genauso viel wie wir errechnet hatten. Inzwischen können die Prognosen sehr viel genauer erstellt werden.

 

Das Entlebuch ist sehr landwirtschaftlich geprägt. Inwieweit schränken die Windenergieanlagen die landwirtschaftliche Nutzung ein?

Überhaupt nicht, denn der Flächenbedarf im Vergleich zur Stromproduktion ist minim und es gibt keine Einschränkungen. Und die Anlagen generieren auch lokale Wertschöpfung: Der Grundeigentümer erhält einen Baurechtszins, die Gemeinde Steuereinnahmen auf dem Stromverkauf und wir beteiligen uns am Strassenunterhalt der Strassenbaugenossenschaft, was die anderen Genossenschafter entlastet. Unsere Anlagen entziehen der Landwirtschaft rund 150 m2 Landfläche pro Anlage, moderne Anlagen gegen 1500 m2, das ist sehr wenig bezogen auf den Stromertrag.

 

Unesco Biosphäre Entlebuch und Windenergienutzung – ist das nicht ein Widerspruch?

Die Unesco-Vetreter stufen die Windenergienutzung als nachhaltig ein, weil die Anlagen rückgebaut werden können. Das Land, aber auch das Landschaftsbild werden nur für rund 20 Jahre verändert und können jederzeit wieder in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden. Und gebaut wird in den Entwicklungszonen, in denen neben der landwirtschaftlichen Nutzung auch eine nachhaltige Entwicklung vorgesehen ist. Die Schutz- und Kernzonen der Biosphäre bleiben unverändert.

 

Wäre nicht Solarstrom die bessere Lösung?

Auf den richtigen Mix kommt es an! Unsere Anlagen liefern rund zwei Drittel der gesamten Produktion im Winter und bei schlechtem Wetter, damit ergänzen sie die Solarstromanlagen bestens. Wir sollten die erneuerbaren Energien nicht gegeneinander ausspielen, denn im Verbund sind Wind-, Solar-, Wasserenergie und Biomasse unschlagbar.

 

Die älteste Anlage ist ja bereits 15 Jahre alt. In fünf Jahren ist sie am Ende ihrer Lebenserwartung angelangt, wie geht es dann mit

der Windenergienutzung im Entlebuch weiter?

Wie zuverlässig die Windenergietechnik ist zeigt unsere 15-jährige Anlage: Sie weist eine Verfügbarkeit von 99 % auf, das ist ein Spitzenwert. Sprich, wenn es windet, produziert sie zu 99 % störungsfrei Strom. Vom Hersteller garantiert sind 95%. Da unsere Anlagen noch in einem so guten Zustand sind, gehe ich davon aus, dass sie bis zu 30 Jahre lang Strom produzieren können. Natürlich mache ich mir Gedanken, was danach kommt. Aber angesichts dessen, dass die Anlagen noch lange Strom produzieren werden und da es in der Region noch ein weiteres Windenergieprojekt gibt, hat diese Frage noch keine Priorität.

 

„Die Unesco-Vetreter stufen die Windenergienutzung als nachhaltig ein, weil die Anlagen rückgebaut werden können.“ Roland Aregger

„Unsere Anlagen liefern rund zwei Drittel der gesamten Produktion im Winter und bei schlechtem Wetter, damit ergänzen sie die Solarstromanlagen bestens.“


Was im Kanton Appenzell Innerrhoden diskutiert wird, funktioniert in Andermatt und im Entlebuch seit über 15 Jahren problemlos.

 

Was im Kanton Appenzell I. Rh. noch hohe Wellen schlägt, ist in Andermatt und im Entlebuch unbestritten: die Nutzung der Windenergie zur Stromproduktion. Auf dem Gütsch oberhalb Andermatt stehen vier Windenergieanlagen unmittelbar bei den Bergbahnen, die erste ging 2004 in Betrieb. Nur ein Jahr später nahm in der Unesco-Biosphäre Entlebuch die erste Windenergieanlage die Stromproduktion auf, inzwischen sind es drei.

 

Ein Gespräch mit Markus Russi, Geschäftsführer des EW Ursern,

über die Erfahrung mit der Windenergienutzung.

Markus Russi, es wird doch oft gesagt, die Schweiz sei kein Windenergieland. Warum kam das EW Ursern auf die Idee,

auf dem Gütsch Windenergieanlagen zu bauen?

Weil der Wind dort heftig bläst! Natürlich gab es dafür Messungen, aber jedes Kind aus dem Urserntal weiss, wie windig es dort oben ist. Und wenn der Wind schon da ist, da muss man ihn doch nutzen! Danach weht er erst noch munter weiter. Hinzu kommt, dass wir für die Nutzung des Wassers Wasserzinsen bezahlen, den Wind können wir dagegen gratis nutzen. Das EW Ursern war 1902 Pionierin mit dem Bau eines Wasserkraftwerks, und wir wollten mit dem Bau der ersten Windenergieanlage wieder Geschichte schreiben. Zu sagen, dass die Schweiz kein Windland ist, ist falsch. Der bläst ja überall, und selbst auf dem Gütsch, wo er sehr turbulent ist, nutzen wir ihn zur Stromerzeugung. Daher haben wir nach dem Bau der ersten Anlage im Jahr 2004 zwei weitere im Jahr 2010 und dann 2012 die vorläufig letzte gebaut.

 

Erfüllen die Anlagen Ihre Produktionserwartungen?
Sie erfüllen sie absolut. Wie bei der Wasserkraft gibt es natürlich bessere und schlechtere Jahre. 2019 erzielte unsere älteste Anlage wie auch alle anderen eine Rekordproduktion! Bei der Wasserkraft hängt die Produktion von den Niederschlägen und von der Schneeschmelze ab. Es gibt Jahre, da verdunsten 80 % der Schneeschmelze und wir haben in unseren Wasserkraftwerken nichts davon. Regnet es in den Schnee, gibt es viel Strom, regnet es zu viel, können wir nicht alles Wasser turbinieren.

 

Könnte dieser Strom nicht auch mit Solarenergie bereitgestellt werden?
Es wäre sicher möglich, einen Teil davon mit Solaranlagen auf Hausdächern zu produzieren. Aber um die gesamte Strommenge der vier Windenergieanlagen mit Solarmodulen zu produzieren, bräuchte es die Fläche von unzähligen Fussballfeldern. Und noch wichtiger: Neben dem äussert geringen Flächenverbrauch haben Windenergieanlagen einen weiteren Vorteil: Sie liefern über zwei Drittel ihrer Produktion im Winter. Damit ergänzen sie unsere vier Wasserkraftwerke, die im Winterhalbjahr weniger Strom liefern, ideal und erhöhen unseren Selbstversorgungsgrad.

 

Die vier Anlagen befinden sich auf über 2300 Meter über Meer, sind sie damit nicht sehr störungsanfällig?

Wenn man die Windenergieanlagen sorgfältig auswählt, ist das kein Problem. Unsere Anlagen weisen in all den Jahren eine Verfügbarkeit von mindestens 98 % und mehr auf. Das heisst, wenn der Wind bläst, produzieren sie garantiert Strom.

 

Die Investitionen in die Anlagen sind hoch. Welche Energieversorger aus dem Unterland sind daran beteiligt?

Das EW Ursern ist alleiniger Eigentümer der Anlagen und hat sie auch selber finanziert. Unabhängigkeit wird bei uns gross geschrieben. Somit gehört der Strom auch alleine uns.

 

In Andermatt wurde sehr viel gebaut: Das neue Ressort bietet Platz für Tausende Gäste aus der ganzen Welt. Die freuen sich sicher nicht über die Windenergieanlagen. Droht jetzt ein Rückbau der Anlagen?

Ganz im Gegenteil, die Anlagen sind sehr beliebt bei den Gästen, sie freuen sich, wenn die Bergbahnen mit Windenergie laufen. Das Tourismusbüro bietet Führungen zu den Windenergieanlagen an, Gäste aus der ganzen Welt informieren sich bei uns, weil ihnen die Anlagen gefallen und sie mehr über die Technik erfahren möchten.

 

Was ist Ihre Botschaft an andere Regionen der Schweiz, die Windenergieanlagen planen?
Nutzt diesen Wind, er steht kostenlos zu Verfügung! Es ist erneuerbarer Strom. Die Anlagen brauchen sehr wenig Platz und können praktisch zu 100 % wiederverwertet werden. Produzieren wir Windstrom, um den Generationen nach uns eine möglichst intakte Welt zu hinterlassen. Bei den Punkten CO2-Ausstoss und Umweltbilanz befindet sich die Windenergie auf Augenhöhe mit der Wasserkraft.

 


Unsere Meinung

 

„Das Projektgebiet für die Windenergieanlagen liegt innerhalb eines Hochwildjagdgebietes. Wildruhezonen oder Jagdbanngebiete sind keine betroffen. Die Patentjäger von Oberegg unterstützen die Produktion erneuerbarer Energie in der Region und sehen mit Wohlwollen auf das Projekt der Appenzeller Wind AG im Oberfeld." 

 

Patentjäger von Oberegg